Uplift des Mt. Olympos
Für die Hebung (Uplift) des Troodos-Massivs aus dem Ozeanboden heraus bis zur heutigen Höhe werden ursächlich plattenttentektonische Mechanismen verantwortlich gemacht, insbesondere die Norddrift der Afrikanischen Platte und die damit verbundene Kollision mit der Eurasischen Platte. In der Literatur werden mehrere, sich ergänzende Effekte für den Uplift aufgeführt:
- Als stärkster Treiber wird Diapirismus angesehen, d. h. ein gravitativ verursachter Aufstieg von tieferliegendem, metamorphos überprägtem Mantelgestein. Dabei führt deren geringere Dichte gegenüber dem Hangenden zu einer Dichteinversion, die als Motor für den Uplift wirkt. Das für die metamorphose Überprägung von Mantelmaterial notwendige Wasser wird durch eine der Insel vorgelagerten Supra-Subduktionszone in tiefere Schichten eingeschleppt.
- Die Subduktion von Afrikanischer Kruste unter die Anatolische Platte erzeugt mechanische Spannungen, die zu einer Aufwölbung der Platte und somit zu einer Anhebung der kompletten Insel führt.
- Während der andauernden Norddrift der Afrikanischen Platte schiebt sich ein aufsitzender Seamount (Eratosthenes) durch das Abtauchen der afrikanischen, ozeanischen Kruste mittlerweile langsam unter die Insel, wodurch diese rezent und in Zukunft kontinuierlich angehoben wird.
Neueren Arbeiten zufolge liegt der Start des Uplifts weit in der Vergangenheit, so dass der zuletzt genannte Mechanismen vornehmlich in der allerletzten Historie aber eher in der Zukunft wirken wird. Der bisherige Uplift wird daher als dominant durch die ersten beiden genannte Punkte bestimmt – Diapirismus und Inselhebung.
Die angehängten Arbeiten zeigen eine einfache mathematische Abschätzung der Uplift-Dynamik beispielhaft für den Mt. Olympos, dem höchsten Gipfel des Troodos. Das Modell basiert auf dem bekannten Formalismus der Rayleigh-Taylor-Instabilität mit notwendigen Ergänzungen. Es kommt mit einem Minimum an pauschalen Parametern wie zeitlichem Beginn, Dichtekontrast, Viskosität und Auflasthöhe aus, die während der Simulation ermittelt werden, wobei sich die Simulation an aus der Literatur beschafften Zeitmarken wie Durchbruch durch die Krustenoberfläche, Durchstoss durch die Ozeanoberfläche etc. aus der Literatur orientiert.
Die Arbeit wurde in 2 Teile unterteilt und können als pdf-files heruntergeladen werden.
Teil I: hier wird das geologische Umfeld von Zypern und die RTI-Theorie erklärt sowie die notwendig gewordenen Ergänzungen für die spätere Simulation ausführlich hergeleitet (Schulmathematik reicht);
Teil II: behandelt ausführlich die Simulationsergebnisse und deren Interpretation wie